Kartoffelsalat: Gute Laune bei der Gartenparty
Für ein unbeschwertes Abendessen mit ein paar Freunden im Garten braucht es ein unkompliziertes Gutelaune-Essen. Dafür eignet sich der Kartoffelsalat perfekt. Er ist eine vielseitige Beilage oder eine abwechslungsreiche Hauptmahlzeit, und es gibt ihn in vielen feinen Variationen.
Erica
Leiterin Redaktion und Gestaltung Betty Bossi Zeitung
Keine Gartenparty ohne Kartoffelsalat!
Kartoffelsalat ist die coolste Art der Kartoffelzubereitung; vor allem im Sommer! Der Grillplausch mit Freunden, die Feier im Festzelt oder das Familienessen auf der Terrasse – ein aromatischer Kartoffelsalat macht sich überall gut. Er schmeckt selbst vom Plastikteller bestens, denn er steht schlichtweg für Gutelaune-Essen. Manche mögen ihn sehr nahrhaft mit Mayonnaise, andere lieben ihn leicht. Es gibt zwar überlieferte Familienrezepte, aber keine Rezeptvorschriften. Was beliebt ist, existiert eben in vielen Variationen. Nur gut machen muss man den Kartoffelsalat! Hier verraten wir die Tricks.
Die richtige Kartoffel
Wähle für Kartoffelsalat vorwiegend fest kochende Sorten, damit die Kartoffelscheiben beim Mischen nicht zerfallen. Achte beim Einkaufen auf die Knollen in den grünen Beuteln. Als fest kochend gelten folgende Sorten: Annabelle, Celtiane (Exklusivsorte von Coop), Charlotte, Ditta, Gourmandine, Nicola, Ratte, Stella . Eine Übersicht über die Kochtypen findest du auf der Website von Kartoffel.ch
Tipps
Wähle zum Kochen möglichst Kartoffeln der gleichen Grösse. Bei kleineren verkürzt sich die Garzeit entsprechend.
Nicht vergessen: Kartoffeln immer vor Licht geschützt aufbewahren, allfällige grüne Stellen grosszügig wegschneiden, Keime und Augen entfernen.
Noch heiss schälen
Die Basis für einen richtig guten Kartoffelsalat sind Gschwellti, die noch heiss geschält werden. Das ist etwas mühsam, aber es muss sein, weil die Kartoffeln so die Sauce besser aufnehmen. Viel angenehmer geht das Schälen und Schneiden mit dem Kartoffelsalat-Blitz. Er schält und scheibelt die Kartoffeln in einem Schritt. In fünf Minuten kannst du damit zwei Kilo verarbeiten – ohne verbrannte Finger.
Kartoffelsalat so schnell und einfach wie nie!
Viel Sauce!
Kartoffelsalat braucht viel Sauce. Bouillon gehört also unbedingt mit hinein. Sie gibt der Kartoffel Feuchtigkeit und Würze.
Zeit zum Durchziehen
Die Kartoffeln sollen im Dressing (zum Beispiel aus Öl, Essig, Bouillon, Salz, Pfeffer) mindestens eine halbe Stunde ziehen. So kann sich die Kartoffel mit den feinen Aromen sattsaugen.
Kartoffelsalat vorbereiten
Kartoffelsalat lässt sich ca. einen halben Tag im Voraus zubereiten. Jedoch solltest du frische Zwiebeln und Schnittlauch erst kurz vor dem Servieren beigeben. Die Zwiebel schmeckt sonst gerne etwas bitter.
Mit oder ohne Mayonnaise?
Kartoffelsalat mit oder ohne Mayonnaise ist eine Glaubensfrage. Hier die Vor- und Nachteile für beide Varianten.
Mit Mayonnaise | Ohne Mayonnaise |
---|---|
+ schön cremig und herzhaft | - weniger cremig |
- fettreicher und schwerer | + leichter |
- verdirbt bei Wärme schnell, da Mayonnaise empfindlich ist | + Kartoffeln nehmen das Dressing und die Aromen besser auf |
perfekt für den Winter oder Picknick mit Kühlbox, passt zu deftigen Gerichten | perfekt für den Sommer, zu leichten Gerichten, ideal zum Vorbereiten |
Unsere 5 besten Kartoffelsalate
Vorsicht, wenns heiss wird!
Für Grillfeste im Hochsommer sollte der Kartoffelsalat mit Mayonnaise nicht ungekühlt in der prallen Sonne stehen. Speisen, die mit rohen Eiern zubereitet wurden, verderben an der Wärme rasch. Stell die Schüssel bis zum Essen in den Kühlschrank oder in eine Kühltasche oder bevorzuge Fertig-Mayonnaise.
5 überraschende Saucen für Kartoffelsalat
1. Black Balsamico
½ dl Aceto balsamico, 1 dl Olivenöl, 2 EL Sojasauce, 1 EL Tomatenpüree, 1 EL flüssiger Honig und ¼ TL Cayennepfeffer verrühren. 50 g entsteinte schwarze Oliven in Ringe schneiden, daruntermischen.
2. Sweet Chili
Von 2 Bio-Limetten ganze Schale ab reiben und ganzen Saft auspressen. 2 Bundzwiebeln mit dem Grün in Ringe schneiden. Mit 1 dl Öl, 3 EL Sweet Chili Sauce, ¾ TL Chiliflocken und ½ TL Salz verrühren.
3. Very Berry
250 g Himbeeren grob zerdrücken, ½ dl Rotweinessig und 1 dl Olivenöl daruntermischen, 1 rote Zwiebel schälen und mit 50 g getrockneten Cranberrys fein hacken, daruntermischen. 1 Bund Radiesli in feine Scheiben schneiden, mit 50 g Himbeeren daruntermischen, mit ½ TL Salz und wenig Pfeffer würzen.
4. Creamy Avocado
Avocado in Stücke schneiden, mit ½ dl Aceto balsamico bianco, 1 dl Olivenöl, 2½ dl Kokosmilch, 4 EL Wasser, je ½ Bund Petersilie, Pfefferminze und Dill pürieren, mit ½ TL Salz und wenig Pfeffer würzen.
5. Tzatziki
1 Gurke entkernen, an der Röstiraffel reiben, mit 1 TL Salz mischen, in einem Sieb ca. 30 Min. ziehen lassen. Gurke gut ausdrücken. ½ dl Apfelessig, 1 dl Olivenöl, 150 g griechisches Joghurt nature verrühren, 1 Knoblauchzehe dazupressen, Gurke daruntermischen, mit ¾ TL Salz und wenig Pfeffer würzen.
So machens die anderen
Der Kartoffelsalat ist in vielen Ländern zu Hause, man findet ihn überall in Europa wie auch in den USA. Dennoch wird er auch heute noch als ein traditionelles Rezept aus dem deutschsprachigen Raum wahrgenommen.
Die Deutschen lieben ihren Kartoffelsalat. «Im Norden mit Mayo, im Süden mit Brühe», lautet die Rezeptdevise. Die Mayo-Variante ist eher im kühlen Norden Deutschlands beheimatet, weil sie keine Wärme verträgt. Im Süden dagegen bevorzugt man die Zubereitung mit Bouillon. Ob Norden oder Süden: Die Deutschen servieren den Kartoffelsalat zu Kotelett und Würsten – übrigens auch an Heiligabend.
Die Wiener schwören auf ihren Erdäpfelsalat zum Wiener Schnitzel – auch er mit Bouillon, Senf, Öl und Essig. Schnittlauch gehört unbedingt dazu.
Eine andere, 150 Jahre alte Tradition der Kartoffelsalat-Zubereitung kommt aus Russland. Der russische Salat (oder Olivier-Salat) besteht ebenfalls aus Kartoffeln. Dazu gibt man Salzgurken, Wurst oder gekochtes Rindfleisch, hart gekochte Eier und Rüebli, grüne Erbsli mit Mayonnaise oder einer anderen Sauce. Dieser Salat gehört zur Neujahrstafel und gilt als Katerfrühstück.
Die Ensaladilla Rusa aus der spanischen Tapas-Küche lehnt sich von der Rezeptur her an die russische Tradition an.
Viel mehr als ein Grundnahrungsmittel
Die Kartoffel ist ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Das hat Tradition. Während des Zweiten Weltkriegs war die Kartoffel überlebenswichtig. Der Bund verfügte damals die sogenannte Anbauschlacht. Ziel war, dass sich die Schweizer Bevölkerung selber versorgen und sich vom Ausland unabhängig machen konnte. Das gelang – dank einer beispiellosen Anbauoffensive. Schwimmbad-Liegewiesen, Fussballfelder und sogar der Platz vor dem Bundeshaus wichen innert kurzer Zeit Kartoffel-, Gemüse- und Obstfeldern. Die Anbauschlacht wurde zum Symbol für die Volksgemeinschaft, den Widerstandswillen und die Selbstbehauptung der Schweiz.
Heute werden hierzulande 30 Kartoffelsorten angebaut. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch ist mit knapp 50 kg höher als bei den Teigwaren und doppelt so hoch wie beim Reis.
Lust auf noch mehr Kartoffeln?
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